Tour: Der Schatz vom Silberberg (Schwarzwald)

Tour: Der Schatz vom Silberberg (Schwarzwald)

Juni 5, 2017 Aus Von AnneAnke

Wasserfälle, vergessene Wege und alpine Pfade abseits vom Trubel: Natur pur im Hochschwarzwald!

Schwarzwald klingt erst mal nach Kuckucksuhren, Sahnetorte und Bollenhut. Dass gerade der Hochschwarzwald rund um den Feldberg mehr zu bieten hat und keineswegs nur die altbekannten Wege, auf denen alle unterwegs sind, wissen die Wenigsten.

Ein wahrer Schatz

Diese Tour zwischen Feldberg und Todtnau hat von allem etwas: kleine Wasserfälle und Schluchten mit rauschenden Bächen, wunderbar blühende Wiesen, einen vergessenen Steig durch dichte Wälder und als Highlight einen der alpinsten Pfade im Schwarzwald, der sich am Berg entlang schlängelt. Auf zum Schatz vom Silberberg!

Bilder

Los geht’s

Auf der ersten Hälfte orientiert sich diese Wanderung am Genießerpfad „Wasserfallsteig„, der vom Feldberg bis nach Todtnauberg führt. Deswegen ist es am Ausgangspunkt am Parkplatz Feldberg-Pass auch ein Leichtes, den Weg zu finden. Es geht ein Stück an der Straße entlang an der Jugendherberge vorbei bis man links verheißungsvoll in den Wald abbiegt. Nach wenigen Metern steht man an der Quelle der Wiese, der Bach, der einen eine Weile lang durchs Tal begleiten wird. Weiter durch herrlichen Bergwald etwas bergab und man sieht die Reste eine der ersten Skiflugschanzen – heute nicht mehr als ein Häuschen an einem steilen Hang.

Wenige Meter später bekommt der Name des Wasserfallsteiges Sinn, denn man folgt nun dem Bachverlauf und taucht in eine schattige Welt voller Zauber ein. Auf zahlreichen Brücken quert man immer wieder den kleinen Fluss und sieht ihm zu, wie er erfinderisch seinen Weg sucht. Viel zu schnell spuckt der Wald einen an der Bundesstraße aus, die man bei der Kaserne überquert (Tipp: hier kann am Wochenende kostenlos parken).

Die Wasserfälle von Fahl

Ein kurzes Stück muss man den Lärm der Autos ertragen, dann kann man sich auf das nächste Erlebnis auf dieser Etappe freuen: die Fahler Wasserfälle ergießen sich über mehrere Kaskaden malerisch die Felsen hinunter. Wer möchte, kann einen kleinen Abstecher (Rundweg ca. 2,7 km) einschieben, der einen zum höchsten Punkt führt. Alle anderen laufen nach einem bewundernden Blick weiter ins Tal und können sich an den vielfältig blühenden Bergwiesen freuen.

Man ist ein bisschen hin und her gerissen auf diesem Abschnitt, da man einerseits die fröhlich plätschernde Wiese und die bunten Blumen um sich herum hat, anderseits aber genau neben der Bundesstraße läuft und von Ruhe und Frieden nicht so wirklich die Rede sein kann… Glücklicherweise dauert es nicht lange und man ist wieder etwas weg vom Verkehr. Nach einem düsteren Buchenwald kommt man einer engen Stelle des Tales bei einem steilen Südhang mit Geröllhalden wieder ans Licht. Hier verabschiedet man sich vom Wasserfallsteig (und der Bundesstraße) und macht sich auf auf die andere Talseite.

Neues Terrain

Bei der Bushaltestelle „Wiesenstraße“ quert man die große Straße und begibt sich dann zunächst auf den „Rundweg Brandenberg“. Jetzt beginnt der vergessene Teil, denn obwohl nach einer langgezogenen Kurve deutlich sichtbar ein steiler, felsiger Pfad links in den Wald führt, gibt es hier kein Hinweisschild. Wer sich traut hier abzubiegen, wird belohnt mit einem verwunschenen Steig durch einen herrlichen Wald und mit großer Einsamkeit, denn auch viele Einheimische kennen diesen Weg nicht!

Schweißtreibend geht es in kleinen Serpentinen bergauf und man kann spätestens an der nächsten Abzweigung beruhigt feststellen, dass der Weg zwar offensichtlich inzwischen vergessen, früher aber gut gepflegt war: ab hier finden sich zuverlässig immer wieder alte Holzschilder, die einen sicher zum Silberberg leiten. Als willkommenes Pausenplätzchen bieten sich nach ca. zwei Dritteln der Strecke eine Bank mit weitem Blick über Todtnau an und, etwas luxuriöser, die mittlere Silberberghütte (privat und nicht bewirtschaftet, aber mit kühlem Bier im Brunnen).

Der Silberberg-Trail

Ironischerweise wollen wir gar nicht auf den Silberberg, da der Gipfel bewaldet ist, sondern biegen vom großen Weg links ab in einen kleinen, schmalen Pfad. Der führt zunächst durch lichten Mischwald bis man auf eine weitere Bank über dem Tal stößt. Ab hier wird es dann anspruchsvoller, da felsiger und etwas ausgesetzt. Abwechselnd mit schönem Blick zum Feldberg und durch Wald führt der Steig am Berg entlang – man fühlt sich ein bisschen wie in den Alpen!

Irgendwann ist auch dieser wunderbare Wegabschnitt zu Ende und man kommt wieder in offeneres Gelände. Man passiert jetzt auf breiten Forstwegen die Skihütte am Schläglebachkopf und läuft teils bergab, am Schluss wieder bergauf gemütlich zum Ausgangspunkt zurück.

Karte und Höhenprofil

[sgpx gpx=“https://fuss-spass.de//wp-content/uploads/gpx/schatz_silberberg1.gpx“]

Info

  • Länge: ca. 13 km
  • Aufstieg/Abstieg: ca. 670 Hm
  • Höchster Punkt: ca. 1300 m
  • Typ: Rundweg; beide Laufrichtungen möglich
  • Start/Ziel: Feldberg-Pass (Bushaltestelle, Parkplatz), alternativ Bushaltestelle Wiesenstraße-Brandenberg/Todtnau oder Hotel-Restaurant Lawine in Fahl
  • Anforderungen: größtenteils einfache Wanderung auf z. T. schmalen Wegen, T2-T3. Der Abschnitt am Silberberg erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.
  • Beste Jahreszeit: April bis Oktober (bei Schnee nicht begehbar)